Für die meisten Alkoholliebhaber ist Wodka das alkoholische Getränk schlechthin. Er schmeckt gut, ist überall erhältlich und unglaublich vielseitig. Selbst diejenigen, die Wodka nicht mögen, geben vielleicht zu, dass er genießbar und mitunter sogar richtig gut sein kann. Und für alle, denen der Geschmack nicht zusagt, bietet Wodka unvergleichliche gesundheitliche Vorteile. Er wirkt entgiftend, desinfizierend und antiseptisch zugleich.
Trotz alledem bleibt eine Frage offen: Wer hat Wodka wirklich erfunden? Sowohl Russland als auch Polen beanspruchen die Urheberschaft dieses geruchlosen alkoholischen Getränks für sich, und seine Geschichte ist bis heute Gegenstand von Debatten. In diesem Artikel gehen wir den Ursprüngen des Wodkas auf den Grund.
Die Geschichte des Wodkas
Die Herkunft des Wodkas wird von Experten seit Jahrzehnten diskutiert. Hier sind die wichtigsten Theorien:
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Polen, der Pionier des Wodkas
Die Polen glauben, sie hätten dieses beliebte alkoholische Getränk erfunden. Schließlich wird Wodka in Polen bereits seit dem Mittelalter hergestellt. Die erste schriftliche Erwähnung des Getränks findet sich in Dokumenten des Pfalzhofs von Sandomierz aus dem Jahr 1405.
Dieser Theorie zufolge stammt das Wort „Wodka“ vom polnischen Wort „wódka“ ab. Dies war ein Oberbegriff für chemische Verbindungen, darunter auch Medikamente und Kosmetika. Das heutige Getränk – Wodka – war damals als „gorzałka“ bekannt, was so viel wie „brennen“ bedeutet.
Trotz früher Aufzeichnungen wurde Wodka in Polen erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts in großem Umfang produziert. Die Produktion fand hauptsächlich in Krakau statt, von wo aus die Hersteller die Spirituosen nach Schlesien exportierten.
Die damals angewandten Produktionstechniken waren rudimentär. Oft wurde der Destillationsprozess bis zu dreimal wiederholt, bevor das Getränk verdünnt wurde, um einen Alkoholgehalt von 30 bis 35 % zu erreichen.
Obwohl es zahlreiche Belege dafür gibt, dass Polen bereits im 16. Jahrhundert Wodka herstellten, begann die industrielle Wodkaproduktion in Polen erst im späten 18. Jahrhundert. Diese fand im östlichen Teil Polens statt, der unter russischer Herrschaft stand.
1871 wurde in Polen die erste Rektifikationsbrennerei gegründet. Später, im Jahr 1925, erklärte die polnische Regierung die Produktion von klarem polnischem Wodka zum Monopol.
Russland an zweiter Stelle
Nach der zweiten Theorie begann die Wodkaherstellung in Russland im 14. Jahrhundert. Diese Theorie schreibt die Erfindung des ursprünglichen russischen Wodkarezepts einem Mönch namens Isidor zu.
Isidor, der im Tschudow-Kloster wirkte, kannte sich bestens mit Destillierapparaturen aus. Mit seinem Fachwissen entwickelte er die erste Art von hochwertigem alkoholischem Getränk, den sogenannten „Brotwein“. Lange Zeit wurde dieses Getränk ausschließlich im Großfürstentum Moskau hergestellt und hatte einen Alkoholgehalt von unter 40 %.
Die erste Erwähnung des Wortes „Wodka“ in Russland geht auf ein Dekret von Kaiserin Elisabeth aus dem Jahr 1751 zurück. Dieses Dekret regelte auch die Eigentumsverhältnisse der Wodkabrennereien. In den 1860er Jahren erfreute sich das Getränk in Russland großer Beliebtheit, vor allem weil der Staat seinen Konsum billigte.
Angesichts dieser Faktoren überrascht es nicht, dass Russland weiterhin zu den größten Produzenten und Konsumenten dieses alkoholischen Getränks zählt. Tatsächlich liegt der durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 17,28 Schnäpsen.
Siehe auch den zugehörigen Artikel: Der teuerste Wodka
Abschluss
Wodka, definiert als klare, destillierte Spirituose, blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück, die sich über mehrere osteuropäische Länder, insbesondere Russland und Polen, erstreckt. Wie dieser Artikel zeigt, ist seine Geschichte bemerkenswert vielfältig und spiegelt die große Bandbreite seiner Produktion und seines Konsums weltweit wider.